Astrid JansenAstrid Jansen wurde 1962 in Viersen geboren. Nach ihrer Ausbildung als Nachrichtengerätemechanikerin entstanden 1985 ihre ersten interdisziplinären Arbeiten: eine Ledermütze mit integrierten Leuchtdioden und passender Tasche mit Innenbeleuchtung. Zunächst arbeitete Astrid Jansen autodidaktisch, dann folgte eine Ausbildung als Direktrice mit Praktikum bei Jil Sander und ein Studium an der Fachhochschule Hannover für Kunst und Design.

So entwickelten sich Ihre Kollektionen und Produkte von äußerst tragbar bis rein konzeptionell. Als Protest gegen das Modebusiness schaffte sie eine Bekleidungswelt, die nicht von kurzer Dauer ist. Dafür erhielt sie 1996 den Umweltpreis für Mode und Gesundheit. Eine klassische five pocket jeans war plötzlich aus Frotte, die Baumwolle ist farbig gewachsen und Chiffon aus kontrolliert, biologischem Anbau. Drapiertes aus Shifu und Accessoires aus Baumrinde und Torf ergänzen die Kollektion.

Ihr eigenes Label ASTRID JANSEN entstand. Sie wurde von der Jury der fashion galerie/ CPD zu den Vorreitern und Vordenkern gerufen. Ein internationaler Kundenstamm war das Ergebnis. Zwei weitere Innovationspreise folgten. 1997 für die Bekleidung der Zukunft: Metallfaser-Jacken lassen sich materialbedingt am Körper formen und können per Fernbedienung geöffnet werden. 1998 war jet fashion das Lösungsproblem: eine siebenteilige Kollektion mit zahlreichen Wende- und Erweiterungsmöglichkeiten für 18 Outfits. Der Clou: Alle Teile fanden Platz in einem Case der Größe von zwei Schuhkartons. Die elastische High Tech Faser der Zukunft macht es möglich. Natürlich 100% Kompostierbar.

Ihre Diplom Arbeit LEBENKLEIDER war auf der Expo 2000 zu sehen, eine Installation von neun kleidähnlichen, aufblasbaren Objekten. Das Konzept: Die Wege der Bekleidungsbrache werden radikal reduziert. Der Anbau dieser "let it grow" Kollektion findet auf hiesigen Feldern zwischen Blumenkohl und Möhrchen statt. Neue Berufsfelder entstehen, Kinderarbeit entfällt. Der Kleiderwirt erntet, was der Prosument trägt.

Seit 2001 betreibt sie eine Manufaktur mit Schwerpunkt Taschen und Accessoires. Upcycling Design ist das vorherrschende Motto bei Modedesignerin Astrid Jansen. Die Gedanken kreisen um Themen wie Reproduktion von Materialien und Dekonstruktion von Schnitten und Formen. Froschkönig heißt ein Kurzschal, der aus dem Tape der gleichnamigen Märchenkassette gestrickt ist. Jansen stellt unverwechselbare Taschenunikate aus verschiedenen Werkgruppen her. Die Kollektion "RettungsWerk" ist eine Kombination aus Schwimmflügeln und Segeltuch. Kollektion "Reifenwechsel" oder "black edition" aus Altreifen.
International aufgestellt sind Unikate aus Leder die in ihrer eigenen Manufactur entstehen. Tasche mit "GlücksGriff" und SchuhTasche.
Seit 2013 mit wieder mit Konzentration auf Leder und Inspirationsquellen aus der Natur. Rosenkäfer und Falter neben Eva & Adam, so die neue Kollektion.